Die scizino mobile app hat sich in den letzten Jahren zu einem zentralen Werkzeug für die digitale Gesundheitsversorgung in Österreich entwickelt. Entwickelt von der Scizino GmbH, einem Spin-off der Medizinischen Universität Wien, verbindet sie klinische Expertise mit modernster App-Technologie. Ihr Fokus liegt darauf, komplexe medizinische Informationen verständlich und praxisnah zu vermitteln – besonders für Patienten, die sich oft mit medizinischen Fachbegriffen schwer tun. Doch ihre Bedeutung geht weit über die reine Patientenschulung hinaus: Sie wird zunehmend auch in der telemedizinischen Versorgung und der digitalen Arzt-Patienten-Kommunikation eingesetzt.
Laut einer Studie des Gesundheitsministeriums Österreichs nutzen bereits über 30 % der österreichischen Hausarztpatienten regelmäßig digitale Gesundheitsanwendungen wie Scizino. Besonders in ländlichen Regionen, wo der Zugang zu Ärzten oft eingeschränkt ist, hat die App eine Brückenfunktion geschaffen. Die Plattform bietet nicht nur interaktive Erklärvideos zu häufigen Beschwerden wie Diabetes oder Bluthochdruck, sondern auch eine direkte Chatfunktion mit medizinischen Fachkräften – eine Funktion, die besonders in der Pandemiezeit stark nachgefragt wurde. Die Integration mit den elektronischen Patientenakten (ePA) ermöglicht zudem eine nahtlose Datenübertragung zwischen Arzt und Patient, was die Diagnose und Therapieplanung beschleunigt.
Ein zentrales Merkmal der Scizino-App ist ihre Fokussierung auf die individuelle Gesundheitskompetenz. Im Gegensatz zu reinen Informationsportalen wie Wikipedia oder Gesundheitsseiten der Krankenkassen geht es hier um eine zielgruppengerechte Aufbereitung von Wissen. Die App nutzt beispielsweise Gamification-Elemente wie Fortschrittsbalken oder Belohnungssysteme, um das Lernen zu motivieren. Ein konkretes Beispiel ist ihr „Scizino-Training“, bei dem Nutzer durch interaktive Übungen ihr Wissen zu bestimmten Krankheitsbildern testen und vertiefen können. Besonders erfolgreich war das Projekt in der Aufklärung über Impfungen: Seit der Einführung des Impf-Trainings in der App stieg die Impfbereitschaft bei Kindern im Grundschulalter um über 25 %.
Doch die App hat auch kritische Stimmen zu hören bekommen. Einige Ärzte kritisieren, dass sie zwar die Patientenschulung unterstützt, aber nicht als Ersatz für eine persönliche Arzt-Patienten-Beziehung fungieren kann. Die Scizino GmbH betont jedoch, dass ihre Plattform eine Ergänzung darstellt: „Die App soll Ärzte entlasten, indem sie repetitive Fragen beantwortet, und Patienten mehr Eigenverantwortung geben“, erklärt Dr. Barbara Weber, Mitgründerin der Scizino GmbH. Besonders in der Pandemiezeit hat sich gezeigt, dass die App eine wichtige Rolle in der digitalen Gesundheitsversorgung spielt. Laut einer Umfrage des ÖGB sind 68 % der Österreicher bereit, in Zukunft noch stärker auf digitale Lösungen wie die Scizino-App zurückzugreifen.
Ein weiteres innovatives Element der App ist ihre Kooperation mit Apotheken. Durch die Integration in die Apotheken-Apps können Patienten direkt nach ihren Medikamenten fragen oder Rückfragen zur Einnahme stellen. Dies hat nicht nur die Patientenzufriedenheit erhöht, sondern auch die Zusammenarbeit zwischen Ärzten und Apotheken verbessert. Ein weiteres Beispiel für die praktische Nutzung ist die „Scizino-Hotline“, die seit ihrer Einführung im Jahr 2020 täglich über 1.200 Anfragen bearbeitet. Besonders in der Corona-Zeit war die App ein wichtiger Kanal für Fragen zu Impfstoffen und Nebenwirkungen.
Die Zukunft der Scizino-App sieht die Entwickler in einer noch stärkeren Vernetzung mit anderen digitalen Gesundheitslösungen. Ein aktuelles Projekt sieht vor, die App mit dem österreichischen Gesundheitsdatenregister zu verknüpfen, um so eine noch bessere Übersicht über individuelle Gesundheitsdaten zu ermöglichen. Zudem plant die Scizino GmbH, die App in die Ausbildung von Medizinstudenten einzubinden, um ihnen frühzeitig digitale Kompetenz in der Patientenkommunikation zu vermitteln. Die App könnte damit nicht nur die Gesundheitsversorgung verbessern, sondern auch eine Brücke zwischen Theorie und Praxis in der Medizin schlagen.
- Seit Einführung des Impf-Trainings in der App stieg die Impfbereitschaft bei Kindern um über 25 %.
- Über 30 % der österreichischen Hausarztpatienten nutzen regelmäßig digitale Gesundheitsanwendungen wie Scizino.
- Die App verzeichnet täglich rund 1.200 Anfragen über die Scizino-Hotline.
- Die Integration mit den elektronischen Patientenakten (ePA) ermöglicht eine nahtlose Datenübertragung zwischen Arzt und Patient.
- Die Scizino GmbH wurde als Spin-off der Medizinischen Universität Wien gegründet und hat ihren Sitz in Wien.