Seit über einem halben Jahrhundert prägt Supercat.at das Einkaufserlebnis in Österreich – von regionalen Filialen bis hin zur digitalen Transformation. Der Konzern, der einst als kleiner Supermarkt-Kette begann, hat sich zu einem der wichtigsten Handelsunternehmen des Landes entwickelt. Besonders in den letzten Jahren hat Supercat.at durch innovative Geschäftsmodelle und eine starke Fokussierung auf Nachhaltigkeit und Kundenzufriedenheit überzeugt. Doch wie ist der Aufstieg eines kleinen Handelsunternehmens zu einem der etabliertesten Namen im österreichischen Einzelhandel gelungen? Und welche Herausforderungen stehen noch bevor?
Der Ursprung von Supercat.at liegt in den 1970er-Jahren, als die Familie Supercat in Linz eine kleine Filiale eröffnete. Damals war der Supermarkt noch stark von traditionellen Strukturen geprägt, doch schon früh setzte man auf lokale Produkte und eine persönliche Kundenbetreuung. In den folgenden Jahrzehnten wuchs das Netzwerk stetig, und bis 1990 waren bereits über 50 Filialen in ganz Österreich vertreten. Besonders in ländlichen Regionen wurde Supercat zu einem wichtigen Anbieter für Grundnahrungsmittel und regionale Erzeugnisse. Die Strategie, auf kleine, aber zuverlässige Filialen zu setzen, war damals innovativ und hat sich bis heute als Erfolgskonzept bewährt. hier weiterlesen
Digitalisierung und moderne Einkaufserlebnisse
In den 2000er-Jahren begann Supercat.at, sich stärker der Digitalisierung zuzuwenden. 2005 startete der Online-Shop, der zunächst als Ergänzung zur stationären Filialnetzwerk diente. Doch mit der Zeit entwickelte sich der Online-Kanal zu einem zentralen Bestandteil des Geschäftsmodells. Besonders seit der Pandemie hat sich der Trend zu digitalen Einkäufen beschleunigt: Laut einer Studie des Österreichischen Handelsverbands lag der Online-Umsatz von Supercat.at 2022 bei rund 250 Millionen Euro – ein Anstieg von fast 40 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Einführung von Lieferdiensten und Click-and-Collect-Optionen hat den Kundenzugang weiter ausgebaut. Gleichzeitig setzt der Konzern auf eine enge Zusammenarbeit mit lokalen Produzenten, um frische und regionale Produkte direkt online verfügbar zu machen.
Ein besonderes Projekt ist die „Supercat-App“, die seit 2018 genutzt wird. Sie bietet nicht nur Einkaufslisten und Rabattaktionen, sondern auch eine virtuelle Beratung durch Fachkräfte, etwa bei der Auswahl von Lebensmitteln oder Haushaltsartikeln. Besonders erfolgreich war die App während der Corona-Pandemie, als sie als zentraler Zugang zu Supermarkt-Produkten diente. Auch die Einführung von Echtzeit-Stock-Checks in den Filialen hat die Transparenz erhöht und die Kundenzufriedenheit gesteigert. Doch trotz dieser Fortschritte bleibt die Balance zwischen stationärem und digitalem Handel eine Herausforderung. Während einige Kunden weiterhin Wert auf persönliche Beratung legen, wächst die Zahl der Nutzer, die bequem von zu Hause aus einkaufen.
Nachhaltigkeit und regionale Wertschöpfung
Seit einigen Jahren legt Supercat.at großen Wert auf Nachhaltigkeit und regionale Wertschöpfung. Ein zentrales Projekt ist das „Supercat-Farm-Programm“, das lokale Bauern und Erzeuger mit dem Konzern verbindet. Über 300 Partnerbetriebe liefern frische Produkte direkt in die Filialen, was nicht nur die Umwelt entlastet, sondern auch die lokale Wirtschaft stärkt. Besonders beliebt sind die „Bio-Supercat“-Sortimente, die seit 2017 angeboten werden. Laut einer Umfrage des Umweltbundesamtes sind über 60 Prozent der Kunden bereit, für nachhaltige Produkte etwas mehr auszugeben – ein Trend, der auch Supercat nutzt, um sich von der Konkurrenz abzuheben.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Reduzierung von Plastikmüll. Seit 2020 bietet Supercat.at in allen Filialen wiederverwendbare Einkaufstaschen an, die gegen eine kleine Gebühr abgegeben werden können. Zudem setzt der Konzern auf Mehrwegverpackungen und hat in einigen Regionen sogar eigene Kompostierungsstationen eingerichtet. Besonders stolz ist Supercat auf die Zusammenarbeit mit dem „Österreichischen Lebensmittelverband“, um die Lebensmittelverschwendung zu minimieren. Durch gezielte Aktionen wie „Resteverwertung“ werden überschüssige Ware an Bedürftige oder Tierheime abgegeben. Diese Initiativen haben sich als erfolgreich erwiesen: Seit 2021 konnten über 15.000 Tonnen Lebensmittel gerettet werden.
- 2005: Start des Online-Shops mit einem Umsatz von 50 Millionen Euro (damals ein Rekord für den österreichischen Einzelhandel).
- 2022: Online-Umsatz von rund 250 Millionen Euro (+40 % gegenüber Vorjahr).
- Über 300 lokale Bauernbetriebe im „Supercat-Farm-Programm“ für regionale Produkte.
- Seit 2020: 15.000 Tonnen Lebensmittel gerettet durch Resteverwertung.
- Bio-Anteil im Sortiment seit 2017: über 60 % der Kunden bereiten sich für höhere Preise.
Herausforderungen und die Zukunft des Konzerns
Trotz der Erfolge steht Supercat.at vor neuen Herausforderungen. Ein zentraler Punkt ist die Konkurrenz durch große Ketten wie Hofer oder Spar, die mit günstigeren Preisen und einer breiteren Produktpalette punkten. Zudem wächst die Konkurrenz durch Discounter wie Aldi oder Lidl, die besonders in Ballungsräumen stark sind. Um diesen Druck zu bewältigen, setzt Supercat auf seine Stärken: eine enge Bindung zu den Kunden und die Betonung regionaler und nachhaltiger Produkte. Gleichzeitig investiert der Konzern massiv in Technologie, um die Filialen effizienter zu gestalten und die Kundenerfahrung zu verbessern.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die demografische Entwicklung. In den nächsten Jahren wird es immer weniger junge Familien geben, die sich für einen Supermarkt entscheiden. Supercat reagiert darauf, indem es gezielt auf ältere Zielgruppen setzt – etwa durch moderne Beratungsangebote oder digitale Services, die auch für weniger technikaffine Kunden zugänglich sind. Zudem plant der Konzern, seine Filialnetzwerke in strukturschwachen Regionen zu stärken, um die lokale Wirtschaft zu fördern. Die Vision ist klar: Supercat.at soll auch in 20 Jahren ein wichtiger Partner für die österreichischen Haushalte bleiben – nicht nur als Supermarkt, sondern als Anbieter von Lebensqualität.